Pools Test/Rezension (PC, PS5) • Controller Warriors
Pack deine Badehose… nimm deine kleine Schwester mit…
Nun ja, im Gegensatz zum bekannten Schalger-Song aus den Vorjahren muss man im Spiel mitmachen POOLS Leider ließ er seine kleine Schwester zu Hause. Denn in dieser exotischen Software können Sie die Schwimmbäder auf eigene Faust erkunden. Ganz alleine in einem Labyrinth aus Hallenbädern und Rutschen. Klingt beängstigend? Ja, das ist es auch!
Insgesamt ist POOLS ein ungewöhnliches, atmosphärisches Erlebnis, das bewusst gegen klassische Horror-Konventionen verstößt. Statt Monstern, Schockeffekten oder actiongeladenen Konfrontationen lädt das Spiel zu einem langsamen, fast meditativen Spaziergang durch geflieste Poolanlagen, verrückte Wasserrutschen und leere Hallen ein, die schier endlos erscheinen. POOLS hat seinen größten Einfluss in der VR. Die klaustrophobischen Flure, das gesättigte Licht und die seltsam vertraute, aber falsche Poolästhetik wirken direkt auf das Körpergefühl und machen den Spaziergang zu einem intensiven Sinneserlebnis. Aber auch auf iPhone, iPad und Mac überzeugt die klassische 2D-Version für iOS.
Das finnische Team steht hinter POOLS Tensorendas bereits in der ursprünglichen PC-Version durch sein Gespür für klaustrophobische Räume und experimentelle Spielideen auffiel. Tensori veröffentlichte POOLS ursprünglich im Jahr 2024 als Indie-Laufsimulator und hat das Erlebnis seitdem erweitert. Die VR-Umsetzung für die PS VR2 markiert eindeutig den Höhepunkt der Spieleentwicklung.
Wo ist Hasselhof, wenn Sie ihn brauchen?
POOLS erzählt keine konventionelle Geschichte mit Charakterentwicklung, sondern funktioniert eher wie eine gefundene VHS-Kassette voller geheimnisvoller Räume und unheimlicher Eindrücke. Räumliche Wiederholungen und audiovisuelle Hinweise geben den Spielern das Gefühl, durch eine Art Albtraum zu gehen. Der Verzicht auf eine lineare Story ist gewollt, denn das Spiel überlässt die Interpretation den Spielern und sorgt durch VR-Immersion für Gänsehautmomente. Vor allem die extrem dunklen Tümpel mit den engen Schießscharten wirken irgendwie beängstigend. Die Rutschen und Becken können natürlich auch genutzt werden… auf das Baywatch-Rettungsteam sollte man aber nicht zählen.
Gameplay und Steuerung
Vom Gameplay her ist POOLS sehr reduziert. Laufen, Schwimmen, Rutschen und gelegentliche einfache Interaktionen sowie eine Zoomfunktion sind enthalten. Mehr braucht es für den Pool-Begriff nicht. In der VR-Version wurde die Steuerung sorgfältig an die PS VR2 angepasst. Es gibt verschiedene Komfortoptionen, sodass Spieler mit unterschiedlich ausgeprägter Reisekrankheit das Spiel anpassen können. Die native Unterstützung hoher Bildraten auf der VR2 (PS5/Pro) trägt dazu bei, dass Bewegungen stets flüssig wirken.
Die räumliche Orientierung ist ein großer Teil des Spiels. Labyrinthsysteme und wiederkehrende Architekturelemente erfordern viel Aufmerksamkeit und gerade in VR wird die ständige Neuausrichtung zu einem psychologisch einzigartigen Moment.
Grafik & Sound
Optisch setzt POOLS auf eine minimalistische, sterile und zugleich betörend präzise Ästhetik. Weiße Kacheln, mit Chlor getünchtes Licht, übergroße Plastikrutschen und punktuelle Farbtupfer erzeugen einen Traum- oder Albtraum-Look, der in VR noch intensiver wirkt. Die Texturen sind bewusst einfach gehalten, damit das Spiel mit Wiederholung und räumlicher Tiefe spielen kann. In schlecht beleuchteten Fluren verstärken Schattenspiele die Angst und in weiten Hallen wirkt das Echo fast surreal. Technisch läuft das Spiel in VR flüssig, auch wenn gelegentlich niedrig aufgelöste Texturen oder leichte Pop-Ins das Spiel etwas trüben. Beispielsweise ist ein längliches Lüftungsgitter an der Wand nicht in jeder Betrachtungsposition vorhanden. Insgesamt überwiegt jedoch die gelungene, dichte Atmosphäre.
Der Sound ist bei diesem exotischen Titel von entscheidender Bedeutung. Ein entferntes Tropfen, das Knarren einer Rutsche, dumpfer Nachhall und eine subtile, donnernde Partitur sorgen für ständige Unruhe. Geräusche dienen auch der räumlichen Orientierung und als Verstärker von Gefühlen. Die Kombination aus binauraler räumlicher Darstellung in VR und dem spärlichen, aber wirkungsvollen Sounddesign macht einen großen Teil der beängstigenden Atmosphäre aus.
Abschluss
POOLS ist nicht jedermanns Sache und das ist sein größter Vorteil. Wer auf traditionelle Horror-Mechaniken wartet, wird natürlich maßlos enttäuscht sein. Aber wer ein dichtes, psychologisch fokussiertes Erlebnis schätzt, das Atmosphäre, Raumgefühl und das Unbehagen des Verlorenseins erforscht, wird hier ein kleines Meisterwerk finden. In VR gewinnt POOLS zusätzlich an Intensität: Die klaustrophobischen Gänge, der seltsame Glanz auf nassen Fliesen und die unmittelbare Nähe von Klang und Haptik machen das Konzept zu einem physischen Erlebnis. Das Spiel ist relativ kurz und das Durchspielen dauert nur wenige Stunden. Aber es bietet eine starke, nachhaltige Atmosphäre und ist technisch solide umgesetzt. Zudem ist der Preis von 9,99 € (UVP) in Ordnung. Wer experimentelle Spielerlebnisse und das Erforschen von Stimmungen der Geschichte vorzieht, sollte POOLS unbedingt ausprobieren, insbesondere in der VR-Version.
Profi
- Dichte, ungewöhnliche Atmosphäre, in VR noch intensiver!
- saubere VR-Implementierung
- einzigartiges, künstlerisches Konzept (Grenzräume) – hebt sich deutlich vom Standard-Horror ab. 
- sehr stimmiges Sounddesign und gute Nutzung von DualSense/Haptik
- Das Preis-/Spielzeitverhältnis ist für Fans experimenteller Spiele akzeptabel
Kontra
- kaum Spieltiefe und keine klassischen Mechaniken oder Interaktionen
- relativ kurze Spielzeit
- Story-Fans, die auch irgendeinen Gegner erwarten, werden vermutlich enttäuscht
- gelegentlich kleine grafische Unvollkommenheiten (Texturdetails, Pop-Ins)
Bewertung
Wurde getestet Pools An PS5 von Andreas Erber. Das Spiel war zum Zeitpunkt unseres Tests für uns geeignet Version1.000.005 vor. Der Testexemplar/Rezensionscode für Pools wurde uns geschenkt von Schlüsselmailer kostenlos zur Verfügung gestellt. Danke schön!





