Bald gibt es in der Türkei kein Steam mehr? Gesetzentwurf schränkt große Spieleplattformen ein
In der Türkei sind einige Online-Dienste durch regionale Gesetze eingeschränkt und daher nicht so zugänglich wie in Deutschland IGN Türkiye gemeldet. Das gleiche Schicksal wird nun auch Gaming-Seiten wie Epic und Steam ereilen. Der Grund besteht darin, Minderjährige vor altersunangemessenen Medien und islamfeindlichen Narrativen zu schützen. Doch Kritiker befürchten, dass dies zu einer Zensur führen würde, die vor allem für kleinere Entwicklungsstudios, aber auch für die Spieler selbst ein Problem wäre.
Eine Besonderheit unserer Gesetzgebung ist die mögliche Bestrafung bei Nichteinhaltung der neuen Rechtslage. Während in Deutschland üblicherweise Geldsanktionen verhängt werden, drosseln die Behörden in der Türkei die Bandbreite bestimmter Websites und machen sie damit praktisch unbrauchbar.

Steam wird in der Türkei bald unbrauchbar sein?
Sterben Hauptforderungen Die Forderungen des Ministeriums für Familie und soziale Dienste bestehen nicht nur darin, die Kinder besser zu schützen, sondern auch darin, dass die Unternehmen rechtlich besser zugänglich sind. Hier finden Sie einen Überblick über die Anforderungen und ihre Bedeutung:
Lokale Vertretung und Ansprechpartner vor Ort
Genau wie das Social-Media-Gesetz müssen digitale Spieleshops wie Steam und Epic Games, die mehr als eine bestimmte Anzahl an täglichen Zugriffen verzeichnen, eine offizielle Repräsentanz in der Türkei eröffnen.
Plattformen, die keine Vertreter ernennen können und nicht mit lokalen Institutionen zusammenarbeiten, werden von der Behörde für Informationstechnologie und Kommunikation (BTK) mit einer Geldstrafe von 90 Prozent der Bandbreite belegt. Dies bedeutet effektiv, dass der Zugriff auf die Plattform blockiert wird, da das Herunterladen eines modernen 100-GB-Spiels zu einer Verlangsamung der Internetgeschwindigkeit um 90 Prozent führt Süß könnte dauern.
Alterseinstufung und Verkaufsverbote
Der Entwurf sieht vor, dass internationale Alterseinstufungssysteme wie PEGI und ESRB sowie lokale Sensibilitäten berücksichtigt werden müssen. Demnach ist der Verkauf von Spielen ohne oder mit unklarer Altersfreigabe an türkische IP-Adressen verboten.
Dieser Artikel betrifft Tausende von Indie-Entwicklern, die keine Gebühren zahlen können, insbesondere an Ratingagenturen, was bedeutet, dass das Risiko besteht, dass unabhängige Spiele vom türkischen Markt zurückgezogen werden.
Erweiterte Befugnisse der BTK
Die BTK wird zur obersten Instanz für die Prüfung von Spielinhalten. Sie kann verlangen, dass der Inhalt von Spielen, die sie für riskant hält, geändert oder ganz von der Plattform entfernt wird. Noch wichtiger ist, dass es die Befugnis hat, aus Gründen des öffentlichen Interesses oder der Sicherheit von Kindern Benutzerdaten und Technologie von Plattformen anzufordern.
Mögliche Konsequenzen
Zunächst einmal klingen die Forderungen nach einem nachvollziehbaren Verfahren zur Altersüberprüfung und einer garantierten Gerichtsbarkeit nicht schlecht, Doch wenn Plattformanbieter wie Steam oder Epic nicht mitmachen, könnte das vor allem für Verbraucher ein Problem darstellen. Wie oben beschrieben führt die langsamere Bandbreite dazu, dass vor allem Spieler zu Hause leiden. Denn für neue Spiele würde die Internetgeschwindigkeit gedrosselt: Wer sich eine Steam-Bibliothek mit potenziell Hunderten von Titeln anschaut, wird bereits schlucken.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Plattformen letztlich nicht mehr in der Türkei verfügbar sein werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine relevante Plattform in der Türkei einfach zusammenbricht, wie PayPal, das seit 2026 in der Türkei nicht mehr aktiv ist.
Hinzu kommt vor allem die Angst vor Zensur aufgrund der Zentralisierung der Macht bei einer einzigen staatlichen Behörde. Im Vergleich dazu ist die USK in Deutschland unabhängig vom Staat und besteht aus Vertretern verschiedener öffentlicher Kreise. Erst wenn die USK feststellt, dass ein Spiel zu gewalttätig oder nicht für die Freigabe für Minderjährige geeignet ist, prüft eine Bundesbehörde den Titel und entscheidet dann, ob das Spiel tatsächlich Einschränkungen benötigt oder so erscheinen darf. Ein solches System schützt vor allem vor willkürlichem Verhalten Einzelner.
Antonia Dressler ist Redakteurin bei IGN Deutschland. Sie ist auf zu finden Instagram.
